Mittwoch, 26. Dezember 2018
Traditionelles Brot
Wir stoppten mit dem Auto vor einer ganz gewöhnlichen Auffahrt. Ein großes Tor für das Auto und ein kleines für den täglichen Gebrauch. Beide waren verschlossen und irgendwo befand sich bestimmt auch noch eine Klingel. Doch wir klopften geradewegs am Tor und warteten bis der Schall den Innenhof überquerte und einen der Bewohner erreichte. Nur kurze Zeit später wurde uns die Tür geöffnet. Langsam gingen wir dem Herrn hinterher, der uns Willkommen hieß. Wir gingen einmal über den Hof und um eine Ecke und da standen wir auch schon in der “Bäckerei“. Es war etwa wie eine Garage mit einem eher geschlossen Teil und einem offenen, aber überdachtem Teil.
Hier wird täglich traditionelles Brot gebacken, welches in den Läden der Stadt verkauft wird.
In dem hinteren, eher geschlossenem Teil saßen zwei Frauen auf dem Boden und rollten auf einer Runden Holzplatte mit einem Holzstab eine Teigkugel zu einem ganz dünnen Fladen. Dazu verwendeten sie viel Mehl und machten mit dem Stab viele kleine und schwungvolle Bewegungen und drehten und wendeten den Teig dabei.
Ich durfte es auch einem versuchen, doch es war nicht so einfach wie das Plätzchenteigausrollen. Das die Frau, mit der ich es gemeinsam versuchte bereits seit fünfzehn Jahren täglich acht Stunden Übung hat, machte sich auf jeden Fall bemerkbar.
Nachdem der gesamte Teig, der aus Mehl, Wasser und Salz besteht, ausgerollt war und die Teigfladen übereinander lagen, wurde der Turm in den vorderen, offenen Teil getragen.
Dort standen am Boden zwei mit Gas beheizte runde Metallplatten, die eine Wölbung nach oben hatten (quasi wie eine umgedrehte flache Metallschale).
Mit einem Holzstab legte die Frau einen Fladen (traditionelles Brot) auf die Platte und wendete ihn, um ihn, nach dem er fertig war, auf die Seite zu legen. Dort werden die Brote gesammelt und von den Ladenverkäufern abgeholt.
Zu unserer Überraschung kam noch die Großmutter mit ihren 85 Jahren hinzu, setzte sich vor die Platten und bug das Brot geschwind wie ein junges Mädchen.
In dieser traditionellen Familienbäckerei werden täglich 300 traditionelle Brote gebacken, die bei den Menschen bei keiner Mahlzeit fehlen dürfen.
Es gibt von Region zu Region unterschiedliche traditionelle Brote und dann gibt es noch industriell hergestelltes Brot und es gibt noch ein paar andere Sorten Brot.
Unser Lieblingsbrot zum Beispiel ist Sangak. Es wird in einem großen Ofen auf vielen kleinen heißen Steinen gebacken und wenn das Brot aus dem Ofen direkt über die Theke in deine Hand kommt, sind oft noch ein paar Steine auf der Unterseite.
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