Sonntag, 5. Mai 2019

Streetfood? Geh doch gleich ins Krankenhaus!

So wird es einem zumindest in den Medien und Erzählungen vermittelt. Doch für uns stellte es sich als weitaus anders heraus. Ob Pani Puri, Masala Dosa, Pao Baji, Momos, Vada Pav oder Samosas, für uns war einer der Gründe, warum wir nach Indien reisen wollten, das Essen. Die indische Küche ist sehr schmackhaft, abwechslungsreich, frisch, würzig und… nicht immer gut für unsere sensiblen europäischen Mägen!? In Indien gibt es zahlreiche Straßenküchen, die ganze Mahlzeiten und/oder Snacks zu günstigen Preisen anbieten. Und für uns ist die Verlockung groß, die scharfen, traditionellen Gerichte alle zu probieren. Anfangs hatten wir immer noch die Vorurteile im Hinterkopf und haben nur mit großer Vorsicht die Leckereien genossen. Oft haben wir unsere Gastgeber mitgeschleppt, da sie am aller besten wissen wo es an der Straße am besten schmeckt und wo man unbedenklich sein Essen einnehmen kann. Im Iran haben wir so viel Hänchen gegessen, dass wir beschlossen einfach mal für die Zeit in Indien vegetarisch zu leben. Indien ist das Land mit den meisten Vegetariern, wobei bei ihnen auch Eier als nicht vegetarisch gelten. So gibt es Restaurants, die ausschließlich vegetarische Kost anbieten. Davon gibt es sogar mehr als nicht vegetarische Restaurants. Auf den Lebensmitteln, gibt es grüne Punkte für vegetarisch und rote für nicht vegetarisch. So kann man immer sofort sehen, ob es vegetarisch ist oder nicht. Selbst Zucker hat einen grünen Punkt . Zurück zu dem, was ich eigentlich sagen wollte. Fleisch und Fisch rühren wir nicht an, daher kann ich nicht sagen wie es mit nicht vegetarischen Gerichten aussieht. Ich kann aber sagen, dass wir bei vegetarischem Essen nur gute Erfahrungen gemacht haben. Nach der anfänglichen Vorsicht sind wir in die Vollen gegangen und haben alles probiert, was wir nur finden konnten. Tagsüber stoppen wir für unser Mittagessen direkt an der Straße bei einem der kleinen Stände. Und zwischendurch trinken wir Tee an einem der unzähligen Shops. Zum Mittag wird uns dann zuerst das Wasser hingestellt, welches wir allerdings nicht anrühren. Vom Wasser lassen wir lieber die Finger, außer es ist gefiltert oder aus einer geschlossen Flasche. Vor unseren Augen wird dann dass frische Gemüse geschnitten und die Rotis gerollt. Heiß und fettig kommt dann das Essen direkt auf unsere Teller. Ja, fettig kochen die Inder gerne. Aber sie nutzen nicht das bei uns so beliebte Bratöl, sondern Gee. Das ist eine Form verarbeiteter Butter und es darf bei keinem Gericht fehlen. Auch Kartoffel, Zwiebeln, Chilli und Koriander darf nicht fehlen. Hier im Norden wird oft über dem Feuer gekocht, sodass das Essen und der Chai eine ganz besondere Note bekommt. Aber unwohl oder angeekelt haben wir uns bis jetzt noch nie gefühlt, wenn wir an einem der vielen Straßenküchen angehalten haben. Da die Inder eine große Snack-Kultur haben sind die Straßenküchen auch immer gut besucht und so bleiben keine Reste über und es lohnt sich frisch zu kochen. Ich denke aber was uns geholfen hat ohne große Margenprobleme bis hier her zu kommen ist das lange Reisen durch viele Länder mit anderen Bakterien, Keimen und Krankheiten. So konnten sich unsere Mägen langsam daran gewöhnen und so konnten wir die weite, schmackhafte Welt der indischen Straßenküche genießen. Richtig gelesen, wir konnten es genießen. Ich schreibe es in der Vergangenheit da wir nur noch 40 km Luftlinie von Nepal, unserem nächsten Land, entfernt sind :)

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