Samstag, 12. Januar 2019

Fähre

Mit der Fähre von Bandar Abbas nach Sharjah. Buchen konnten wir sie im Vorraus und jetzt mussten wir nur noch irgendwie auf die Fähre kommen. Die offizielle Abfahrtszeit war 21 Uhr. Beim Kauf der Karten wurde uns gesagt, wir sollen um 18 Uhr da sein. Unseren Freunden aus Freiburg, die mit uns fuhren, wurde mitgeteilt, dass sie um 17 Uhr da sein sollen. Und direkt am Eingang zum Hafen wurde gesagt, wir sollten um 19 Uhr da sein. Egal, da die Sonne um 17 Uhr unter ging, waren wir auch um 17 Uhr am Hafen, da es die Hölle ist im Iran im Dunkeln Fahrrad zu fahren. Die einen haben kein Licht, die Anderen fahren auf der falschen Seite und dann gibt es noch die Mopedfahrer, die sowieso gegen alle Regeln verstoßen. Der Helm fährt steht's vorne auf dem Lenker mit, die Altersbeschränkung von 18 Jahren wird unterschritten und da es den Frauen nicht erlaubt ist ein Moped zu bedienen, fahren die 10 jährigen Söhne ihre Mutter zum Einkaufen. Bilder von einer vierköpfigen Familie auf einem Moped sind nicht selten und überladene Autos sind die Regel. Tagsüber war diese Herausforderung gar kein Problem mehr für uns, wir haben uns einfach ihrem Fahrstil angepasst und sind ohne es anzuzeigen abgebogen und wenn wir die Straße überqueren mussten sind wir einfach auf die Straße gegangen, sodass die Autos gezwungen waren zu bremsen. Wir waren also um 17 Uhr am Hafen. Als wir ankamen wartete bereits ein anderer Fahrradfahrer dort und kurze Zeit später kamen unsere Freunde aus Freiburg. Jetzt konnte das gemeinsame Warten beginnen. Ja, auf was warteten wir eigentlich? Wir saßen in einem Wartebereich und beobachteten die eintreffenden Passanten, die mit Säcken und Kisten beladen den Wartebereich betraten. Langsam bildete sich eine Schlange vor dem Eingang zu einem zweiten Wartesaal. Doch von einem Angestellten war noch keine Spur. So setzten wir uns erstmal bequem auf die Stühle und warteten. Endlich kam jemand und gab den Weg in den zweiten Wartebereich frei. Alle fingen an sich nach vorne zu drängen und wir sahen keine Möglichkeit irgendwie dort durch zu kommen. Also blieben wir seelenruhig sitzen und warteten, zumal eh immer nur wenige in den zweiten Bereich hindurch gelassen wurden. Dann kam einer der Männer in Uniform die sich um den reibungslosen Ablauf kümmerten zu uns, sagte wir sollen alle nach vorne an die Schlange kommen und verschwand wieder. Wir sind nun alle aufgesprungen, haben unsere Räder geschnappt und haben sie an den anderen vorbei bis nach vorne an die Schlange geschoben. Dort standen wir nun. Warten. Plötzlich stand der Mann in Uniform wieder vor uns und winkte uns in den zweiten Wartesaal. Dort sollten wir im quer durch den Raum folgen, doch auf halbem Wege wurden wir von einem anderen Angestellten abgefangen und wieder zurück in die andere Ecke geschickt. Unsere Fahrräder sollten dort nun auf uns warten und wir sind, wieder an der ganzen wartenden Schlange vorbei, nach vorne gegangen um unser Ticket einzulösen. Und jetzt hieß es erneut warten. Mittlerweile war es schon 20 Uhr und von dem Schiff war noch keine Spur. Plötzlich wurden unsere Reisepässe eingesammelt und verschwanden. Wir durften uns nun in zwei Schlangen aufstellen, die Frauen links und die Männer rechts. Und dann durften wir uns, aus den ganzen vorher eingesammelten Reisepässen, unseren Pass wieder heraussuchen, um ihn dann am Schalter abzugeben. Ein kritischer Blick, ein kräftiger Schlag mit dem Stempel und wir waren offiziell ausgereist. Jetzt wurden wir kontrolliert, ich hinter verschlossener Tür und nur am Körper und Arne wurde in der Öffentlichkeit komplett mit Fahrrad durchleuchtet. Das hatten wir geschafft. Warten im dritten Warteraum. Langsam machte sich der Hunger bemerkbar, doch da es auf dem Schiff etwas zu essen geben sollte, wollten wir nicht jetzt schon unsere Vorräte anrühren. Es war mittlerweile 21 Uhr und wir waren immer noch durch einen Schalter vom Schiff getrennt. Sobald einer hinter dem Schalter auftauchte fingen die Menschen wieder an sich in zwei Reihen aufzustellen. Links die Frauen, rechts die Männer. Wir blieben lieber noch mal sitzen, denn bis es dann wirklich los geht wird wohl noch etwas dauern. Die Schlangen wurden langsam immer kürzer und der Saal leerte sich. Dann standen wir auch auf und legten unsere Tickets auf den Schalter. Ein Nicken und wir waren auf dem Weg zum Schiff. Die Räder hatten unten im Bauch des Schiffes ihren Platz und wir liefen mit unseren Schlafsachen nach oben in den Passagierbereich. Dort wurde schon das Essen vorbereitet und die ersten legten sich schon auf die Sitze. Wir aßen noch schnell und dann präparierten wir unseren Schlafplatz. Ich legte mich oben auf die Sitzreihe und für Arne legten wir unten auf den Boden, zwischen den Sitzreihen, eine Isomatte. Sowie er dort unten lag, kam er auch nicht mehr nach oben :D die Fahrt konnte also beginnen. Und um etwa 1 Uhr begann sie dann auch. Das Schiff bewegte sich nun mit 20 km/h auf Sharjah zu und den Iran ließen wir hinter uns.

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