Mittwoch, 12. September 2018
Fotos/1114 m
..über diese Bergkette sind wir etwa zwei Stunden lang nur Berg auf gefahren, haben 1114 Höhenmeter überwunden und die T-Shirts waren klitsch nass. Um uns nicht zu erkälten mussten wir uns umziehen und zusätzlich noch eine Jacke überziehen, da die Abfahrt ewig dauerte :)
1114 m
Wir mussten nur 60 km an diesem Tag fahren, das ist normalerweise nicht viel, da wir sonst etwa 90 km am Tag fahren. Diese 60 km hatten es aber in sich! Die Nacht verbrachten wir auf einer Wiese zwischen zwei Bergen. Hin und wieder rauschte ein Zug durch die “Schlucht“ und der Schall klang laut und lange nach.
Als wir startklar waren und unsere Räder zurück, auf den einzigen Radweg den wir in Bulgarien je gesehen haben, geschoben haben aßen wir noch schnell unsere letzten drei Scheiben Brot.
Wir wollten schnell in die nächste Stadt um richtig zu frühstücken, doch mit schnell war hier gar nichts, denn ich hatte einen Platten.. Also musste ich alle Taschen wieder abnehmen und einen neuen Schlauch aufziehen.
Mit dreckigen Händen und einem Loch im Bauch ging es nun wirklich los. Doch schnell war es auch nicht, da auf dem Weg viele Hügel im Weg waren, über die wir drüber mussten. Dann ging es auch noch mehr Berg auf, als Berg ab und die Kilometer zogen sich dahin. Doch dann war die Stadt in Sicht!
Wir entdeckten Kaufland und fühlten uns wie zu Hause. Unser Frühstück und Mittag war gerettet. Wir aßen beides in einem, da es mittlerweile schon 12 Uhr war.
Bis zu unserem Tagesziel waren es nun nur noch 30 km und auf der Karte sah es so aus, als ob noch zwei Berge kommen und es danach flach ist.
Guter Dinge und mit vollem Magen machten wir uns erneut auf den Weg. Wie vermutet ging es erstmal Berg auf. Es kam eine Kurve und es kam noch eine Kurve. Dann kam eine Serpentine und es kam noch eine Serpentine und dann war eine Kuppel in Sicht. Das dachten wir zumindest, doch da lagen wir falsch. Es ging etwas Berg ab und dann wieder Berg auf. Und immer weiter und weiter.. wir fuhren nicht eine, sondern zwei Stunden Berg auf! Es waren etwa 10 km, die es zu unserem Glück auch wieder Berg ab ging :) Wir sind dank dem Rückenwind bis vor die Haustür von unserem Gastgeber gerollt.
Dieser Berg war ein kleiner Vorgeschmack für weitere Berge, die auf unserem Weg liegen. Ein gutes Zeichen war: Wir hatten kein Muskelkater ;)
Dienstag, 11. September 2018
Skepsis
Es ist jedes mal eine große Frage welche Haustür wir nehmen sollen um nach einem Schlafplatz zu fragen.
In Rumänien haben wir nach einem großen, zweistöckigen, ordentlich gestrichenem Haus mit Garten gesucht und dann gehofft das jemand englisch oder deutsch spricht.
In Bulgarien waren die Häuser aber fast alle ton in ton, sehr alt und nicht so groß und es war schwer zu entscheiden nach welchen Kriterien wir suchen sollen.
Als ich ein Auto mit einem französischem Kennzeichen vor einem großen orangenem Haus sah stoppte ich sofort um zu klopfen. Plötzlich fragte skeptisch eine Frau vom Balkon was wir wollten, worauf hin ich fragte ob sie englisch oder französisch spricht. Dann verschwand sie wieder. Etwas später kam ihr Sohn aus der Tür und Sie blieb immer noch etwas skeptisch in der Tür stehen.
Ihrem Sohn konnten wir nun unser Anliegen auf englisch erläutern, der wiederum seiner Mutter erklärte was wir wollten. Dann verschwanden sie wieder.
Sie kamen erneut aus der Tür um noch ein paar Fragen zu stellen um erneut zu verschwinden nur um ein drittes Mal wieder herauszukommen. Dieses Mal sagten sie uns das wir bei ihnen zelten dürfen, aber so richtig überzeugt klangen sie noch nicht. Also schoben wir unser Fahrräder auf die Terrasse und setzten uns mit dem Sohn an den Gartentisch.
Die Mutter bot uns Trauben an und stellte weitere Fragen wie zum Beispiel wo wir denn immer duschen würden, ob andere Gastgeber für uns kochen würden, was wir im Winter machen und ob wir denn einen Beruf haben. Der Sohn übersetzte für uns.
Im Laufe des Gespräches kam heraus, das die Mutter dachte, dass wir Terroristen sind :D doch wie sie merkte, dass wir nur zwei Reisende sind bot sie uns eine Dusche an, kochte Kaffee für uns, machte etwas zum Abendessen und stellte uns morgens ein Frühstück auf den Tisch bevor sie zur Arbeit ging.
Man muss einfach nur den ersten Schritt machen und auf die Menschen zu gehen!
7. Grenzübergang
Wow! Das ist schon unsere 7. Landesgrenze und auch diesmal ging alles gut.
Wir sind die letzten 50 km in Rumänien bis zur Grenze extra schnell und ohne Pause gefahren, um die Fähre nicht zu verpassen.
Wir wussten nicht so recht wann und wie oft die Fähre nach Bulgarien übersetzt und konnten es auch nicht so recht rausbekommen. Letztendlich fuhr sie nur alle paar Stunden und wir mussten noch zwei Stunden am Fähranleger warten.
Diese zwei Stunden verbrachten wir damit eine Tüte voll mit Pfirsichen (haben wir von unserer letzten Gastgeberin bekommen) und eine Tüte voll mit Weintrauben (haben wir von einem Weinbauern an der Straße geschenkt bekommen) zu naschen.
Endlich kam die Fähre und wir konnten auf der anderen Seite über die bulgarische Grenze. Die haben nur nach Schweinefleisch gefragt, auf Grund der afrikanischen Schweinepest.
Als es Zeit war nach einem Schlafplatz zu schauen, fragten wir einen jungen Mann in einem der ersten Dörfer in Bulgarien. Dieser organisierte uns einen Zeltplatz auf einem ungenutzten Spielplatz.
Wir haben unsere letzten Vorräte gekocht und mussten daher am nächsten Morgen erstmal etwas zu Essen finden. Wir hatten natürlich noch kein bulgarisches Geld und in den Ortschaften gab es keine Bank und in den kleinen Läden konnten wir nicht mit Karte zahlen. Da hatten wir kurz Angst, dass wir verhungern müssen :D
Mit leerem Magen sind wir nun über die schlechten Straßen gerollt. Die Straßen in Bulgarien lassen sich so beschreiben: Loch an Loch und hält doch.
Montag, 10. September 2018
Rumäniens Gastfreundschaft
Wir sind langsam durch die Ortschaften gerollt, um Anhaltspunkte zu sammeln an welcher Haustür wir wohl klopfen können, um nach einem Zeltplatz im Garten zu fragen. Dabei hat uns ein junger Mann angesprochen und uns auf französisch gefragt wo wir herkommen. Ich habe diese Gelegenheit gleich genutzt und ihn gefragt ob er jemanden kennt bei dem wir für eine Nacht unter kommen können. Er hat uns sechs Kilometer weiter in einem Dorf einen Franzosen empfohlen. Wir haben versucht das Haus zu finden und einigten uns auf das erste große Haus.
Wir klingelten und warteten bis etwas geschah. Nach fünf Minuten kam eine Dame an die Tür. Sie verstand uns nicht so recht was wir von ihr wollten. Gott sei dank kam der Nachbar dazu und versuchte mit seinem gebrochenem Deutsch zu helfen. Nachdem wir uns verständigen konnten hatten wir schneller als wir gucken konnten ein Schlafzimmer, Dusche und ein Abendessen.
Nach dieser ersten sehr guten Erfahrung machten wir noch zwei weitere, bevor wir Rumänien schon wieder verließen.
Jedes Mal wurden wir reich bekocht, mit Obst aus dem Garten beschenkt und wir bekamen auch jedes Mal ein Bett, sodass wir unser Zelt schon anfingen etwas zu vermissen.
Die Menschen waren alle, ob jung oder alt, mit mehr oder weniger Geld, gastfreundlich, herzlich und offen. Es war meist schwierig sich zu verständigen, doch mit Händen, Füßen und Google geht alles.
Neben den Straßenhunden gibt es in Rumänien Kuh- und Schafherden die von Schäfern über die Weisen getrieben werden. Die Häuser waren einst alle sehr prunkvoll und einzelnt eingezäunt. An den Straßenrändern qualmen kleine Abfallhaufen, stehen Esel, Kühe und Pferde zum weiden und auf den Straßen rollen neben den Autos auch noch eine Menge Kutschen, die zu dieser Zeit Mais, Heu und Trauben ernteten. Von der Traubenernte bekamen wir hin und wieder mal eine Tüte ab, sodass wir immer reichlich Obst hatten. Und was wir noch reichlich hatten war Sonne!
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