Sonntag, 11. November 2018

Crazy Russians

Wir sind vier Tage in Baku geblieben. Wir konnten bei unserem Freund, den wir auf dem Fahrrad in der Türkei getroffen haben, unterkommen. Er hat in der Altstadt ein Atelier, wo wir zwischen all den Bildern schlafen konnten. Baku ist sehr schön und hat viele neue Bauten und viele besonders ausgefallene Gebäude. Überall kann man irgendetwas kaufen und selbst in der Nacht ist alles voll mit Menschen. Wir genossen für einige Tage das Stadtleben und dann wollten wir endlich in den Iran. Vorher noch sind wir einen Abend durch die Stadt geschländert und haben nach einem Restaurant geschaut, welches Nudelgerichte hat. Plötzlich spricht uns ein Touristenführer von der Seite an. Da es ziemlich nervig ist als Tourist ständig angequatscht zu werden, sind wir weiter gelaufen und haben einfach geradeaus geschaut. Der Touristenführer lies aber nicht locker und rief noch lauter “hello my friends“. Also drehten wir uns doch um und vor uns stand unser Freund, der uns eine Dusche gegeben hat und uns das Hotel organisierte. Schon wurden wir stürmisch umarmt und der Reisegruppe, mit der er gerade unterwegs war, vorgestellt. Es war ein großartiges Wiedersehen und wir haben uns sehr gefreut! Die Welt ist so klein und das Leben ist voller Überraschungen. An unserem letzten Abend in Baku haben unsere Gastgeber für uns gekocht. Es war aber nicht irgendetwas, nein es war “Ash“. Das war das Beste, was wir seit langem mal wieder gegessen haben! Dazu gab es einen Kartoffelsalat mit Granatapfelkernen und frischem Dill und zum Nachtisch gab es einen saftigen, perfekten und nicht zu süßen Kuchen. Wir träumen heute noch von diesem Essen :) Zwischen Baku und der Grenze zum Iran (Astera) gibt es eine Autobahn, die wir für die nächsten drei Tage fahren wollten. Anfangs war alles flach und trocken. Es war weit und breit kein Hügelchen oder Busch zu sehen, wo man hätte zelten können. Aber es war ja noch früh am Tag und so machten wir uns noch keine Gedanken über unseren Zeltplatz. Später änderte sich die Landschaft etwas und es gab Erdwälle, Büsche und Plantagen, doch es gab nun auch einen Zaun entlang der gesamten Autobahn, der es unmöglich machte dort zu zelten. Gefangen auf der Autobahn fuhren wir nun, Ausschau haltend nach einer Schlafmöglichkeit einen Kilometer nach dem anderen. Da entdeckten wir ein Tor, welches es uns ermöglichte von der Autobahn runter auf eine Plantage zu gelangen. Dort schlugen wir unser Lager auf und da wir sehr müde waren legten wir uns schon früh ins Zelt. Und außerdem gab es dort tausend Mücken, die uns bzw. mich zerstochen haben. Plötzlich erhellte ein Licht unser Zelt und ich luckte vorsichtig aus unserem “Belüftungsschlitz“. Ich sah ein Licht, welches sich unserem Zelt langsam näherte. Es war ein Motorrad. Wir überlegten, wer das wohl sein könnte. Die Polizei? Der Plantagenbesitzer? Und da war das Motorrad auch schon bei uns und der Motor wurde abgestellt. Wir hörten eine Stimme vor unserem Zelteingang “Tucktucktuck“ sagen und da mussten wir wohl das Zelt auf machten. Vor uns saßen zwei grinsende Männer, die sich freuten uns gefunden zu haben. Es waren Gott sei dank nur zwei Motorradreisende, die ebenfalls einen Schlafplatz suchten :D Wir gaben ihnen unser Licht, sodass sie schnell ihr Zelt aufbauen konnten. Dann liefen sie los und sammelten einige Zweige und machten ein Feuer. Wir teilten unsere letzten Kekse und Bananen mit ihnen und tauschten uns über unsere Erfahrungen aus. Diese beiden waren auf dem Weg nach Indien, sie hatten bloß ein winziges Zelt in dem sie gerade mal zu zweit Platz hatten. Dann hatten sie die Klamotten dabei, die sie am Leib trugen und noch ein paar Regenklamotten. Ihr Kissen war gleichzeitig ein Stück Isomatte auf der sie sitzen konnten und da sie kein Geld mehr für Azerbaijan hatten, hatten sie auch kaum noch Wasser und Essen. So sind unsere crazy Russians eben:D

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