Mittwoch, 21. November 2018
Schulbesuch
In der kleinen Stadt Buinsahra, im Norden Irans, liegt eine kleine Englischschule. Der Gründer und Besitzer dieser Schule hat zwei Söhne, die in dieser Schule als Lehrer tätig sind. Einer dieser beiden Brüder war für heute unser Gastgeber.
Wie wir in der Stadt ankamen und nicht die genaue Adresse wussten warteten wir an dem Standort, den uns unser Gastgeber geschickt hatte.
Wir saßen gemütlich in der Sonne, Arne stellte seine Bremsen ein und ich war gerade dabei meine Schuhe zu flicken, da kamen drei neugierige Jungs vorbei und fragten uns auf englisch wie es uns geht, wie wir heißen, woher wir kommen und ob wir mit zu ihrer Schule kommen wollen.
Wir bekamen heraus, dass sie eine Englischschule besuchten und einer ihrer Lehrer unser Gastgeber war. Also rafften wir schnell unsere sieben Sachen zusammen und liefen den Jungs hinterher.
Kurze Zeit später befanden wir uns auf einer Bank im Innenhof der Schule wieder. Nacheinander kamen neugierig die Schüler aus den Klassenräumen. Da die Schulen hier geschlechtergetrennt sind waren es nur Jungs, die dementsprechend auch alle nur Arne begrüßten.
Ihr müsst euch das so vorstellen: der riesige Arne sitzt auf einer Bank und von der einen Seite kommen die Jungs in einer Schlange aus dem Gebäude auf ihn zu, geben ihm nacheinander die Hand und versammeln sich dann auf der anderen Seite. Mir nickten sie nur schüchtern zu.
Als alle uns begrüßt und sich im Innenhof versammelt hatten, wurde ein Foto gemacht. Arne hatte tausend Hände auf der Schulter und jeder wollte so dicht wie möglich neben ihm sitzen. Anschließend wurden noch tausende Selfies geschossen und da kam endlich unser Gastgeber und “rettete“ uns aus diesem Fotowahnsinn :D
Da er gerade in der Schule für Mädchen Unterricht hatte, nahm er uns mit in diesen Teil der Schule.
Arne ging mit unserem Gastgeber in die Klasse, in der er gerade unterrichtete und ich besuchte eine Klasse mit jüngeren Schülern, da diese noch etwas schüchtern waren. Danach sollten wir uns wieder treffen. Wir hielten also in den jeweiligen Klassen einen Vortrag und beantworteten Fragen. Natürlich wurde zum Schluss auch noch ein Gruppenfoto gemacht und einzelne Selfies. Dann war ich fertig und wollte wieder zu Arne, doch der war bereits in einer anderen Klasse, also brachten sie mich auch noch zu einer anderen Klasse. Und wieder Fragen beantworten, Foto machen und Selfies schießen.
Nach dieser Klasse, hatte ich aber mal kurz Pause und ich konnte endlich meinen Tee trinken, der mittlerweile schon kalt geworden war. Ich nahm gerade meinen ersten Schluck und da wurde ich schon wieder gefragt ob wir ein Foto machen können. Und dann ging es auch schon in die nächste Klasse.
Arne war mittlerweile wieder bei den Jungs und besuchte eine Klasse nach der Anderen. Wir beantworteten immer wieder die gleichen Fragen, gaben Unterschriften und stellten uns für die tausend Fotos zur Verfügung.
Es war eine lustige, interessante, aber auch anstrengende Erfahrung. Die Schüler dieser Schule besuchen diese Englischschule zwei Mal in der Woche für einen Nachmittag. Sie sind etwa zwischen sieben und 18 Jahren alt und lernen ausschließlich Englisch. In der staatlichen Schule wird nicht so viel Wert auf den Englisch Unterricht gelegt, sodass zum Englisch lernen eine zusätzliche Schule (privat) besucht werden muss.
Am Ende haben wir bestimmt jeder sieben Klassen besucht und waren völlig ausgehungert. Zum Abendbrot gab es Reis mit Hähnchen-Kebab, was wir in einem der Klassenzimmer aßen. Unsere Fahrräder schoben wir ebenfalls in dieses Klassenzimmer und übernachteten dort auf dem Boden.
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