Sonntag, 3. März 2019

Silvassa

Heute hatten wir aber auch kein Glück. Obwohl der Tag gut begann und heute nur 50 km mit Rückenwind vor uns lagen, war das Glück nicht auf unserer Seite. Schon nach den ersten fünf Kilometern hatten wir einen Platten. Also hieß es runter vom Rad und das Loch finden. Da die Luft komplett aus dem Reifen war, konnten wir das Rad noch nicht einmal in den Schatten schieben, sondern mussten es in der prallen Sonne und direkt am Straßenrand flicken. Flickzeug raus, Mantel ab, Loch lokalisieren, Flicken drauf, Mantel drauf, Luft rein, fertig. Zehn Minuten später rollte das Rad wieder. Doch nicht lange.. Diesmal hatten wir aber Glück und wir hatten den Platten direkt vor einem Stand, der frischen Kokonusssaft direkt aus der Kokosnuss verkaufte. Also Taschen runter, Reifen raus, in den Schatten setzen, Kokonusssaft trinken, Mantel runter, Loch lokalisieren, Loch flicken, Mantel drauf, Luft rein, Rad rein, Taschen drauf, fertig und es rollte wieder. Ein entscheidender Faktor war, dass wir diesmal eine kleine Nadel aus dem Mantel gezogen haben, die uns wohl beim ersten Mal entgangen ist und uns so den ersten und den zweiten Platten beschert hatte. Jetzt mussten wir aber langsam mal Gas geben, wenn wir noch im Hellen in Silvassa ankommen wollten. Und siehe da, auf der Zielgeraden und nur acht Kilometer von unserer Gastgeberin entfernt, der dritte Platten. So viel Pech kann man doch gar nicht haben. Auf der ganzen Tour hatten wir insgesamt 12 Platten und drei davon nun an einem einzigen Tag. Als wir dann endlich doch noch in Silvassa bei unserer Gastgeberin angekommen sind, hat sie uns als erstes einen Tee gekocht. Tee bekommt man echt immer und überall, das ist schlimmer als mit dem Kaffee in Deutschland :D Anschließend sind wir das erste Mal mit einer der kleinen dreirädrigen Auto-Rikschas gefahren. Besonders lustig war es für Arne :D Am nahe gelegenen Fluss konnten wir die Menschen beobachten, die in dem Fluss badeten und gleichzeitig ihre Wäsche wuschen (siehe Foto). Überall kann man hier in Indien die Frauen an den Flüssen ihre Wäsche waschen sehen und die Männer sieht man oft an einem Wasserbecken neben der Straße in Unterhose stehen und sich und ihre Klamotten waschen. Ich frage mich, ob sie dann wieder die nasse Wäsche anziehen? Denn es sind oft Truckfahrer, die nur ein Outfit dabei haben und meist nicht die Zeit haben um zu warten bis die Sachen trocken sind. Aber ich habe die Lösung noch nicht gefunden. Unsere Sachen wasche ich auch oft mit der Hand und dann sehe ich was für ein Dreck da raus kommt. Wahnsinn! Der ganze Staub, Dunst und Smog macht uns in einem Tag so dreckig, wie eine Woche Europa ohne Dusche :D Wenn die Sonne unter geht verschwindet sie nicht hinterm Horizont, sondern sie verschwindet in diesem dreckigen Smog über dem Horizont, wie hinter einem Nebelschleier (siehe Foto). In Silvassa haben wir unsere erste Kirche in Indien gesehen (siehe Foto). Die Kirche stammt noch von den Portugiesen aus der Zeit um 1886 und ist heute noch eine katholische Kirche. Ansonst sieht man hier meistens nur überall Tempel in allen Größen und an allen Ecken. Direkt neben der Kirche steht ein für die Inder heiliger Baum (siehe Foto), der Banyan-Baum. Diese Bäume wachsen auch oft an der Straße und hängen mit ihren “Luftwurzeln“ bis tief über die Straße. Diese Bäume sehen sehr beeindruckend aus und sind meist sehr, sehr dick. Wir haben in Silvassa auch das erste Mal Street Food gegessen (siehe Foto) und bis jetzt muss ich sagen, bin ich überaus begeistert von Indiens Street Food Ständen. Später haben wir noch öfter Street Food gegessen und bis jetzt haben wir davon noch keine Magenprobleme bekommen :D Es ist genial wie viele neue Sachen wir ausprobieren können und das indische Frühstück ist besonders lecker, in Silvassa haben wir kleine Frühstückssnacks probiert, die meist mit einem Koriander Chutney serviert werden (siehe Foto). Ich werde in den nächsten Tagen versuchen mal ein paar Fotos von den ganzen leckeren Snacks für Euch zu machen ;)

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