Montag, 17. September 2018

Sechs gegen zwei

Wir haben mal wieder irgendwo in der Wildnis gezeltet. Als wir dabei waren uns Nudeln mit Bohnen, Feta, Mais und Tomatensauce zu kochen, kamen zwei Hunde um die Ecke. Einer der Beiden setzte sich direkt vor uns und schaute uns hoffnungsvoll an. Es war ein komisches Gefühl, dass so mitten in der Wildnis plötzlich ein Hund vorbeistreunert und nach Essen sucht. Kurze Zeit später hörten wir Geheule durch die Täler schallen. Das waren wohl Shakale. Diese Gegend war voll von Vierbeinern und nur rar besiedelt. Am nächsten Tag sind wir noch etwas weiter durch diese Gegend gefahren. Die Straße war schrecklich löchrig und die nächste Stadt war noch viel zu weit weg. Hinter jeder Kurve erhoffte man eine Veränderung. Hinter einer der Kurven kam sie dann auch: Auf der linken Seite von uns war eine Hecke, sodass wir die dahinter weidenden Kühe nicht sehen konnten, aber wir hörten die Glocken. Wie idyllisch,dachten wir, doch konnten wir den Gedanken kaum zu Ende denken, denn da hörten wir ein Bellen. (Ich habe bereits erwähnt, dass ich bei jedem Bellen zusammen zucke, so auch dieses Mal) Sekunden später sprang ein Kangal (Hunderasse, bis zu 70kg schwer und 86cm groß) aus dem Gebüsch und verfolgte uns. Ihm folgten vier weitere Tiere, die uns nun von ihrem Jagdtrieb gepackt, bellend verfolgten. Wir haben uns angewöhnt vom Fahrrad zu steigen wenn ein aggressiver Hund meint sein Revier etc. zu verteidigen. So sind wir auch dieses Mal sofort vom Fahrrad gesprungen. Die Fahrräder nun zwischen uns und den fünf Hunden schoben wir die Räder langsam vorwärts, die Hunde immer im Blick. Einer der Hunde schien den Kuhhirten rufen hören und machte kehrt. Die anderen ließen sich davon nicht stören und blieben dicht an unseren Fersen. Der fünfte Hund kam nun auch wieder und ein sechster war in Sichtweite. Langsam fingen sie an uns zu umkreisen. Wir versuchten sie zu verjagen, in dem wir sie anschrien. Das schien sie auch nicht zu stören. Der Hirte war zwar bei seiner Herde, doch durch die Hecke nicht zu sehen. Sein Rufen und Pfeifen ging in dem ganzen Gebelle unter. Unsere Rettung war tatsächlich die kaputte Straße. Wir bückten uns, hoben kleine Brocken Teer auf und warfen sie den Hunden genau vor die Füße, wo sie mit einem Knall landeten und die Hunde stutzig machten. Langsam zogen sie ihre Schwänze ein und rannten zu ihrem Hirten und der Kuhherde zurück. Der Schreck saß uns noch in den Beinen und wir fragten uns wie weit die Hunde wirklich gegangen wären. Ich kann bulgarische Hunde überhaupt nicht einschätzen. Was ich aber weiß ist, dass sie schlecht hören :D

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