Montag, 24. Juni 2019
Krankenhaus
Heute Abend (also vor drei/vier Wochen der Abend) hatten wir beide auf einmal Durchfall. Es war so dringend, dass der eine den anderen vom Klo jagen musste, damit es keinen Unfall gibt. Ich möchte mich für dieses Thema entschuldigen, aber wie wir gemerkt haben gehört es irgendwie doch zu einer so langen Reise dazu und daher möchte ich Euch daran teilhaben lassen :D Ein paar Stunden zuvor, als wir noch auf unseren Rädern saßen merkte ich, wie sich mein Magen zusammen zog. Erst fing er leicht an zu grummeln, was sich schnell zu starken Unruhen ausbreitete und mich innerhalb weniger Sekunden vom Fahrrad in den Graben springen lies. Ich war froh einen relativ ruhigen Platz erwischt zu haben, was hier an dem sehr befahrenen und besiedelten Highway eher die Ausnahme ist. Für den Nachmittag und die Nacht beschlossen wir in ein Hotel zu gehen und so haben wir uns für eine Nacht dort eingerichtet. Die Wäsche, die ich von Hand gewaschen habe, hing quer über dem Bett und der Ventilator drehte sich unermüdlich im Kreis. Zum Abendessen gab es natürlich Dal Bhat (Reis mit Linsensuppe und Gemüse), so wie die ganzen anderen Tage in Nepal auch schon. Die Einheimischen essen Dal Bhat schon zum Frühstück und natürlich auch zum Mittagessen. Wir haben uns auf einmal am Tag beschränkt. Na ja, nach dem Abendessen ging das Rennen um das Klo dann los. Am nächsten Morgen fühlten wir uns allerdings schon wieder etwas besser und “wenn wir auf dem Fahrrad sitzen ist eh alles wieder vergessen“, dachten wir. Also haben wir alles gepackt und sind vier Kilometer in die nächste Stadt zum Frühstücken gefahren. Wir mussten erstaunlich lange auf unsere Samosa warten, dafür waren sie aber auch super frisch. Arne der mir gegenüber saß schwitzte trotz Ventilator und fühlte sich zunehmend schlechter. Wir hofften auf das Essen und dass es ihm danach wieder besser gehen würde. Doch als die Samosa vor uns standen, nahm Arne ein Bissen und sagte leise: “Mein Magen fühlt sich nicht so gut, ich warte draußen auf dich, hier ist es mir zu heiß.“ Wir beschlossen wieder zurück in das Hotel zu fahren, um dort auf Besserung zu warten. Doch die Besserung wollte sich nicht so schnell zeigen. Zuerst wurde die Stirn ganz heiß, dann viel Arne in einen langen Schlaf, der immer wieder unterbrochen wurde, da er auf's Klo gehen/rennen musste. Nachmittags habe ich dann beschlossen, dass wir noch am selben Tag ins Krankenhaus fahren, nachdem ich die Symptome von Malaria gegoogelt hatte. Dazu kam noch, dass wir hier nicht ewig ausharren durften, da unser Visum abläuft. Also sind wir mit einem kleinen Tuk Tuk ins Krankenhaus gefahren. Direkt in die Notaufname und direkt auf die nächste freie Liege. Ein junger Arzt hat sich gleich uns angenommen und begonnen die Daten aufzunehmen. Währenddessen kamen noch weitere neugierige Ärzte an die Liege und begutachteten Arne, drückten ihm am Bauch und stellten ihm alle die gleichen Fragen. Als sie sich dann einig waren was zu tun ist, wurde ich mit einer langen Liste losgeschickt. Ich sollte eine Rechnung bezahlen, ich sollte Medikamente aus der Krankenhausapotheke holen, ich sollte die Stuhlproben und die Blutkatuschen zum Labor bringen und später das Ergebnis wieder abholen. Arne wurde ein Venenkatheter an der Hand gelegt und er bekam nun eine Infusion nach der Anderen. Er wurde zum Röntgen geschickt, warum auch immer, das weiß keiner und konnte uns auch keiner so richtig sagen. Denn so richtig geredet hat keiner mit uns, aber da Arne seit seiner letzten Magengeschichte vor zwei Monaten, immer wieder Probleme hatte und sich der Magen nicht mehr richtig normalisieren wollte, war uns alles lieb, was sie versuchten, um ihn wieder gesund zu bekommen. Mit einer großen Tasche voll mit Medikamenten für die nächsten zehn Tage, einer Virusinfektion und einem Pilz wurden wir nach vier Stunden wieder entlassen. Jetzt hieß es ruhen und nichts tun. Die nächsten zehn Tage haben wir fast ganz ohne Fahrrad fahren verbracht. Wir sind etwas mit dem Zug gefahren, dazu aber in einem anderen Eintrag mehr, haben uns nur kurze Distanzen vorgenommen und sind so wenig wie möglich in die Sonne gegangen. Andererseits wäre Arne nach nur kurzer Zeit, dank dem Antibiotika, total verbrannt.
Ich kann Euch jetzt schon mal verraten, dass alles gut lief und Arne wieder ganz gesund ist :)
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