Freitag, 26. April 2019
Essen von Muttern
Meist sind wir noch nicht einmal richtig angekommen, stehen noch mit Schuhen, dreckigen Händen und Schmutzrändern im Gesicht im Türrahmen und versuchen uns zu orientieren. Neue Gesichter, neue Wohnung und neue Eigenschaften. Doch eins ist immer gleichen: die uneingeschränkte Gastfreundschaft!
Wir stehen also noch zwischen Tür und Angel und es stehen schon die ersten Becher mit Wasser auf dem Tisch. Hier in Indien essen und trinken alle von Edelstahlgeschirr. Ist das Wasser ausgetrunken werden die Becher wieder abgeräumt und durch einen Chai ersetzt. Zum Chai gibt es dann noch indische Snacks und Kekse. Natürlich kommen wir nicht drum herum alles zu probieren und mindestens die Hälfte davon aufzuessen. Denn da passt die ganze Familie auf! Nicht dass wir hungrigen Fahrradfahrer nicht genug zu Essen bekommen. Nachdem wir also mehr gegessen haben, als wir eigentlich wollten, war meistens kurz Zeit zum Duschen, Sachen auspacken und eine kurze Pause. In der Zeit wo wir für uns sind, wird dann das Abendessen vorbereitet. Manchmal nehmen sich die Mütter zwei Stunden lang Zeit das Essen vorzubereiten. Wobei ich sagen muss, dass sie sich weiter im Süden mehr Zeit genommen haben als im Norden. Und sie haben auch einfallsreicher und vielfältiger gekocht, was man auch an den Fotos sehen kann. Was sie aber alle gemeinsam haben ist, dass sie alles frisch machen. Da werden keine Fertigprodukte verwendet und kein Gemüse aus dem Glas oder aus dem Gefrierfach. So etwas gibt es hier auch gar nicht richtig :D Jedes Gericht wird mit viel Fett zubereitet, mit verschiedenen Gewürzmischungen (Masala) gewürzt und die gute alte Kartoffel darf auch nicht fehlen.
Gegessen wird bei den Familien nur sehr selten am Tisch. Meistens auf dem Bett, Boden oder Sofa. Damit nicht alles voll gekleckert wird, wird eine Zeitung drunter gelegt und wie man sitzt spielt keine Rolle. Es ist jedes Mal sehr gemütlich und unkompliziert. Wenn es nun Zeit für das Essen ist, steht die Mutter in der Küche und backt das “Brot“ und eines der Kinder bringt es dann frisch aus der Küche zu uns auf den Teller. Gemeinsam mit der ganzen Familie wird nur selten gegessen. Und es bekommen auch erst die Großeltern, dann der Vater und dann die Kinder das Essen. Die Mutter ist erst ganz zum Schluss, wenn alle satt sind und sie keinem mehr nachfüllen kann oder frisches Brot rollen muss. Es steht auch jeder der fertig ist einfach auf und geht. Das war am Anfang alles sehr ungewohnt für uns aber nach fast drei Monaten gewöhnt man sich an alles. Ich habe mal ein paar Fotos zusammen gestellt, auf denen ihr indisches Essen von Muttern sehen könnt. Guten Appetit ;)
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