Donnerstag, 25. April 2019
Schweißgebadet
Zum Abendessen gab es nur ein paar trockene Kekse, da wir es nicht mehr bis zum nächsten Dorf geschafft haben und außerdem waren wir heil froh überhaupt einen ebenen Schlafplatz gefunden zu haben. Wir sind den ganzen Tag durch die Berge gefahren. Rechts von uns ging es steil Berg ab zum Fluss und links von uns ging es steil Berg auf. Die Nacht verbrachten wir in Gesellschaft der Affen. Wir hörten sie hin und wieder, wenn sie nach ihrer Mutter riefen, am Zelt vorbei liefen, die Berghänge runter kletterten oder wenn sie schnarchten. Die Kekse haben wir lieber doppelt und dreifach verpackt, da die Affen uns sonst eventuell in unserem Zeit besucht hätten. Bei einer unserer Gastfamilien, ist ein Affe bei dem Großvater in die Wohnung gelaufen, hat sich Kekse und Bananen geschnappt, hat sie vor der Tür gegessen und ist zum nächsten Eingang gelaufen um dort zu schauen ob er eine Chance hat. Hatte er aber nicht, denn dort drinnen saßen wir und wir versuchten ihn zu verjagen. Doch einfach aufspringen und laut rufen reichte nicht aus, da duckte er sich nur in Angrifsstellung und zeigte uns seine Zähne. Erst als wir den Stock, den jeder griffbereit hinter der Tür stehen hat, zur Hand nahmen machte er langsam kehrt.
Zum Frühstück gab es wieder nur ein paar Kekse und dann haben wir uns erneut in die Berge gestürzt. Es ging oft lange Berg auf und oft nur kurz Berg ab. Die Straße auf der wir fuhren wurde gerade neu gebaut. Einmal hatten wir eine frisch geteerte Straße und plötzlich hatten wir nur noch groben Schotter. Dann staubte die Straße so sehr, dass wir in den Staubwolken verschwanden und nur schlecht von den Autos gesehen wurden. Ich wollte gar nicht daran denken, dass es rechts teils ungesichert steil Berg ab ging. Doch wir kämpften uns langsam und vorsichtig voran. Natürlich hatten wir jedes Mal, wenn es Berg ab ging, zuerst ein Stückchen sehr gute Straße. Wir konnten entspannt, mit viel Schwung und Freude die Abfahrt genießen und uns den erfrischenden Fahrtwind um die Ohren sausen lassen. Doch dann kam jedes Mal nach einer der vielen Kurven die Spaßbremse! Ein Stückchen Straße, das weder geteert noch gewalzt war und wir mussten abrupt bremsen um nicht zu schnell über die Steine zu fliegen. Und wenn wir dann ganz runter gebremst hatten, dann kam wieder ein Stückchen gute Straße. Doch lohnte es sich überhaupt richtig Schwung auf zu nehmen, wenn gleich doch eh wieder ein Stück kommt, welches uns den ganzen Schwung nehmen wird, wenn wir uns und unsere Räder nicht völlig zerstören wollen. Nach einem Berg kommt ein Tal und nach einem Tal kommt ein Berg und so weiter. Wir kämpften uns also langsam durch die Täler und über die Berge und immer mit dabei jeweils 20 kg Gepäck und 2,5 Litern Wasser. Nicht zu vergessen, dass Fahrrad selbst wiegt auch schon 20 kg. Wie Schnecken krochen wir also die Berge hoch. Fünf Kilometer, acht Kilometer oder auch mal 10 Kilometer stetig Berg auf. Kurze Hose, T-Shirt, Helm, Brille, Bluff (gegen den Staub), Sonnencreme und Schuhe. Mehr nicht und trotzdem hatten wir das Bedürfnis noch mehr auszuziehen. Die 30 Grad halfen auch nicht gegen die Hitze die jedes Mal sehr schnell in meinen Körper stieg und sich in Form von Schweiß Luft verschaffte. Nach dem ersten Kilometer Berg auf, fing mein Gesicht an sich rot zu verfärben. Nach dem zweiten Kilometer war das T-Shirt bereits klitsch nass und nach dem dritten Kilometer hat sich mein Körper auf all die Dinge eingestellt und ich konnte problemlos die nächsten Kilometer Berg auf fahren. Oben angekommen war ich rot wie eine Tomate (Foto), das T-Shirt war voll mit Salz und die Trinkflasche war leer. Duschen lohnt sich hier in den Bergen nicht :D Selbst die Sonnenbrille rutscht vor lauter Schweiß leicht von der Nase. Die Hosen sehen aus als hätte man eingepinkelt, da der ganze Schweiß vom Oberkörper nach unten läuft und meine Fingerkuppen fangen an wie Waschfrauenhände auszusehen. Aber wir werden belohnt! Und zwar mit einer traumhaften Landschaft und wunderbaren Ausblicken. Oft begleiten uns die schneebedeckten Spitzen des Himalayas (Foto).
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