Montag, 8. April 2019

Tja Mahal

Der Taj Mahal, („Krone des Palastes“), ist ein ca. 58 Meter hohes und 56 Meter breites Mausoleum (Grabgebäude), das sich auf einer 100 Meter × 100 Meter großen Plattform (jagati) am Stadtrand von Agra erhebt. Der Gebäudekern besteht ebenso wie die Kuppel und die Minarette aus vor Ort gebrannten Ziegelsteinen, die außen wie innen mit weißen Marmorplatten verkleidet sind. Der Großmogul Shah Jahan ließ den Bau zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal erbauen. Da das Fremdwort hier für ein Gebäude, ein Grabmal, also etwas sachliches steht, wird im Deutschen oft von „das Taj Mahal“ gesprochen. Der Bau des Taj Mahal wurde kurz nach dem Tode Mumtaz Mahals im Jahr 1631 begonnen und 1648 fertiggestellt. Beteiligt waren über 20.000 Handwerker aus vielen Teilen Süd- und Zentralasiens. Die Baumaterialien wurden aus Indien und anderen Teilen Asiens mit Hilfe von ca. 1000 Elefanten herangeschafft. Der Taj Mahal wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Heute gilt es wegen der Harmonie seiner Proportionen als eines der schönsten und bedeutendsten Beispiele des Mogulstils. Rabindranath Tagore beschrieb in einem seiner Gedichte den Taj Mahal als „eine Träne auf der Wange der Zeit“. Der Taj Mahal ist ein beliebtes Ziel frisch vermählter indischer Eheleute, der Besuch soll die gegenseitige Liebe dauerhaft machen und bestärken. Nach Bombendrohungen im Jahre 2006 verstärkten die indischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen. Das Gelände des Taj Mahal kann nur noch durch Sicherheitsschleusen betreten werden. Die Mitnahme von Flüssigkeiten, ausgenommen Trinkwasser, ist Besuchern nicht erlaubt. Das Baudenkmal wird von Soldaten rund um die Uhr bewacht und in seinem Umkreis wurde ein Flugverbot erlassen. Wir haben dieses touristische Ausflugsziel, hingegen unserer eigenlichen Abneigung gegen touristische Attraktionen, auch besucht. Für Ausländer kostet der Eintritt 1100 Rupien und 50 Rupien für Inder. Das sind etwas 17 Euro zu 70 Cent. Dennoch waren viele der Inder, die wir auf unserem Weg bisher getroffen haben noch nie in Agra um den Taj Mahal zu besichtigen und das ist nicht die einzige Sehenswürdigkeiten, die wir einigen Indern voraus haben. Wir haben oft schon mehr Landkreise in der kurzen Zeit befahren als die Einheimischen je in ihrem Leben gesehen haben. Bei vielen ist die Reise- und Ausflugskultur nicht so selbstverständlich wie bei uns Deutschen. Und zudem fehlt oft das Geld und die Zeit. Viele sind an ihren Job gebunden und können es sich nicht erlauben auch nur fünf Tage weg zu sein und viele junge Menschen mit denen wir gesprochen haben, haben ihre Eltern im Rücken, die es ihnen nicht erlauben in die Fremde zu reisen. Eines der größten Träume ist es daher, einmal reisen gehen zu können. Doch die Freiheit beschränkt sich oft nur darauf in der Studienzeit einmal bis nach Mitternacht mit den Freunden draußen zu bleiben. Für uns ist es unvorstellbar, doch hier ist es selbstverständlich, dass man sich immer nach den Eltern richtet und genau das macht, was sie im Kopf haben. Der Generationenvertrag ist hier verbindlicher als alles andere und auch notwendiger als jede Freiheit, da das Gesundheitssystem nicht mit dem von Deutschland zu vergleichen ist.

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