Sonntag, 21. April 2019

Ferien Camp

Jetzt aber wirklich. Endlich ging es nun für uns zum Camp hoch, in die Vorläufer des Himalajas. Weg von all dem Trubel, Tourismus und der indischen Überflutung. Die Fahrräder stellten wir unten in Rishikesh in einem Café ab, mit dem Vertrauen, dass nichts passieren wird. Mit einigen unserer Taschen, sowie dem Zelt geschultert machten wir uns auf den Weg. Zuerst ging es mit dem Roller hoch hinauf bis zu einem Track, denn wir dann zu Fuß zurück legen mussten. Stufe für Stufe stiegen wir direkt an einem Bergfluss entlang immer weiter nach oben. Hin und wieder stoppten wir an einem der Waaserfälle, um ihn zu betrachten und uns so eigentlich nur eine Verschnaufpause zu verschaffen. Ich habe irgendwann nur noch auf den Boden geschaut, laut geatmet und mich Schritt für Schritt nach oben geschoben. Völlig verschwizt, es war mittlerweile schon dämmrig, sind wir heile bei dem Camp angekommen. Wir hörten den Bach rauschen, die Vögel zwitschern und den Wind in den Bäumen rascheln, sonst nichts. Hier wollten wir bleiben, uns bekochen lassen und den ganzen Tag die Beine im Wasser baumeln lassen. Also stellten wir mit dem letzten Tageslicht unser Zelt direkt neben dem Fluss auf und ließen den Tag unter dem Vollmond am Lagerfeuer ausklingen. Diese Nacht kam kein Mensch der uns neugierig mit seiner Lampe weckte und uns zu sich nach Hause einlud. Diese Nacht hörten wir nur das monotone murmeln des Bachs. Morgens wurden wir von der Sonne geweckt und nicht von neugierigen Indern, die sich bereits um unser Zelt scharrten. Wir hatten so richtig unsere Ruhe. Für's erste zumindest. Später kamen einige Touristen, die in dem Bach badeten, Fotos schossen und Tee tranken. Einige der Menschen blieben auch für ein zwei Nächte und so hatten wir immer wieder neue Gesellschaft am Lagerfeuer. Die Gespräche waren meist sehr spirituell und für unseren Geschmack oft nicht wirklich an der (unserer) Wahrheit. Doch interessant war es immer. Nach nur einem Ruhetag hatten wir so viel Energie über, dass wir uns verschiedene Dinge suchten, die wir erledigen konnten. Wir suchten dicke Äste im Wald, wanderten durch die Berge, Strichen die Dusche, sägten Holz, schleppten Lebensmittel zum Camp nach oben, wanderten den Fluss hinauf und malten ein Häuschen weiß an. Solange, bis ich krank wurde und anfing die Tage zu verschlafen. Ich hatte mir eine dicke Erkältung eingefangen und so waren wir “gezwungen“ länger zu bleiben bis meine Atemwege soweit frei waren, dass ich mit dem Rad die Berge hoch kommen werde. Natürlich hat sich Arne auch noch angesteckt und so sind unsere “Ferien“ ganz schnell zwei Wochen lang geworden. Das war übrigens das erste Mal, dass wir so lange an einem Stück an einem Ort geblieben sind. Und daher wurden wir nach einer Weile sehr stark von unserem Reisetrieb angetrieben und wollten so schnell wie möglich weiter fahren. Noch immer etwas hustend saßen wir dann endlich wieder auf unseren Rädern und stürzten uns glücklich in die Berge. Doch vorher waren wir noch auf einer indischen Hochzeit, von der ich Euch im übernächsten Eintrag berichten werde.

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