Montag, 15. Juli 2019

Bundesstaat Manipur

Der Bundesstaat Manipur gehört ebenfalls zu den sogenannten sieben Schwesterstaaten Nordostindiens und liegt im Osten an der Staatsgrenze zu Myanmar. Es war der letzte indische Bundesstaat den wir durchquert haben. Es hat sich allerdings nicht sehr indisch angefühlt, da dieser Bundesstaat erst nach dem zweiten Weltkrieg zu Indien gehörte und so noch viele eigene Tradition auch. Im Zentrum Manipurs liegt das Imphal- oder Manipur-Tal mit der Hauptstadt Imphal, in der unser Gastgeber wohnt. Das Imphal-Tal wird zu allen Seiten von Bergen umgeben, sodass wir bei der Durchquerung des Tales zu allen Seiten einen Blick auf die Berge hatten und natürlich durften wir einmal runter ins Tal fahren und mussten wieder hoch fahren um rüber nach Myanmar zu kommen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Manipur während der japanischen Besetzung Myanmars (Birmas) zeitweilig zum Frontgebiet. Und wer es, so wie wir auch noch nicht wusste, in Imphal wurde die letzte Schlacht der Briten geschlagen. Ihr könnt ja mal eure Geschichtskenntnisse auf den Stand bringen ;) Nachdem Großbritannien Indien 1947 in die Unabhängigkeit entlassen hatte, wurde Manipur zunächst unabhängig, schloss sich dann jedoch zwei Jahre später an Indien an. In der Stadt befinden sich noch heute die Ruinen des Palastes von Kangla und es gibt mehrere Denkmäler, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern und das Manipur State Museum zeigt in einer Ausstellung Gegenstände und Bilder aus der Geschichte des Bundesstaates Manipur. Unser Gastgeber war ganz bewandert in diesen Themen und hatte selbst eine direkte Verbindung zu dem letzten König in Imphal. Also zeigte er uns das Museum und erzählte uns sehr viel über die Vergangenheit seines Bundesstaates. Er zeigte uns seine Stadt und die umliegenden Berge und (Ur-) Wälder. Drei Viertel der Landesfläche von Manipur sind mit Wald bedeckt und die Regierung Manipurs betreibt aus Gründen der Nachhaltigkeit und Ökologie bewusst eine Politik der Konservierung der Waldressourcen und Beschränkung der Waldnutzung. So dürfen Berghänge ab einer Neigung von 45 Grad nicht mehr bewohnt werden und sie ist für den Wald vorgesehen. Unser Gastgeber hat mit hunderten Freiwilligen tausende Bäume an bereits gerodeten Hängen neu gepflanzt. Auch hat er uns mit zu einem Markt in Imphal genommen, wo es seit eh und je nur Frauen erlaubt ist ihre Ware feilzubieten. Das war schon wieder irgendeine Tradition die er uns nahe gebracht hat. Auch haben wir musikalisch einiges in den Tagen kennengelernt. Er selbst kommt aus einer Künstlerfamilie, war auch schon in Europa auf Tournee und hat uns somit mit Begeisterung einige traditionelle musikalische und künstlerische Vorstellungen gezeigt. Glücklich war auch, dass der Musikwelttag genau in diese Zeit viel und somit das musikalisch-kulturelle Angebot sehr hoch war. Den Abend des Musikwelttages haben wir allerdings nicht mit traditionellen Klängen (die auch eher etwas anstrengend für unsere Ohren waren) ausklingen lassen, sondern mit einem Open Air Rockkonzert. Die Zeit bei unserem Gastgeber und seine Familie war mit Musik, Tradition und Geschichte geschwängert, doch am allerbesten war der Nachmittagssnack. Und da gab es auch kein entkommen. So haben wir jeden Nachmittag einen der vielen leckeren und oft scharfen Snacks aus der Gegend probiert. Davor gab es ein dickes Mittagessen von der Mutti gekocht und danach ein großes ebenfalls selbstgekochtes Abendessen. Natürlich hatten wir auch zum Frühstück schon eine ordentliche Portion. Wir hatten die ganze Zeit nicht einmal Hunger :D Oft saßen wir unter dem Terrassendach und haben gegessen oder wir saßen unter dem Vordach eines Snack-Geschäftes und haben gequatscht. Und dann fing es fast jeden Tag einmal an sehr heftig zu regnen. Also richtig heftig. Der Innenhof war nach nur fünf Minuten überflutet und wenn das Haus nicht auf einen hohen Sockel gebaut währe, würde das Wasser rein laufen. Ein Bild von der “Überschwemmung“, sowie von den anderen Eindrücken aus dieser Zeit habe ich mal für Euch zusammen gestellt.

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