Dienstag, 30. Oktober 2018
Tag der Begegnungen
Wir sind im Norden, mit Blick auf das Kaukasusgebirge, über die Grenze gekommen. Hin und wieder lagen kleine Orte an der Straße und überall lief kleines und großes Federvieh herum.
Es gab so viel unbebautes Land, sodass wir immer gut einen Schlafplatz finden konnten.
Was wir aber nicht so gut finden konnten war ein Fluss mit Wasser(die Flüsse führten zu dieser Zeit kaum Wasser) oder eine Dusche zum Waschen.
Nach einem Tag ohne Dusche fühlen wir uns noch wie frisch geduscht. Nach zwei Tagen reicht es uns sich einmal die Hände gut zu waschen und wir fühlen uns wieder wie frisch geduscht. Nach drei Tagen ohne Dusche fühlen wir uns immer noch gut, aber der Anstand sagt wir sollten mal duschen. Nach vier Tagen ohne Dusche fangen wir an nach einer Dusche zu suchen und wenn wir keine finden duschen wir halt erst nach dem fünften Tag ohne Dusche :D und wenn wir immer noch nichts finden, würden wir bestimmt auch noch länger ohne Dusche auskommen. Irgendwann ist eh alles mit Dreck gesättigt und wird nicht dreckiger. Nun gut, so weit ist es noch nicht gekommen.
Die ersten Tage in Azerbaijan hatten wir wenig Kontakt mit Menschen. Wir sind immer am Kaukasus entlang gefahren und haben die wunderbare Natur und die tollen Ausblicke genossen. Nach dem dritten Tag wollte ich gerne nach einer Dusche fragen und mal Kontakt zu den Einheimischen aufbauen.
Gesagt getan, doch die ersten Versuche sind daran gescheitert, dass die Menschen uns nicht verstanden haben und entweder nichts mehr gesagt haben, “nein“ gesagt haben oder einfach weggelaufen sind.
Das war ein komisches Gefühl und so sind wir halt wieder im unser Zelt gekrochen und haben uns auf einen neuen Tag gefreut.
Dieser begann nach den ersten Kilometern mit einem Tee und Kuchen. Neben einer der vielen Autowerkstätten die hier überall wie Unkraut aus dem Boden wachsen, war ein kleines “Kafe“ wo diejenigen, die auf ihre Autos warteten, Tee tranken.
Einer dieser Herren hatte uns auf der Straße vorbei fahren sehen und uns wild winkend eingeladen.
Dann wurde erstmal Kannenweise Schwarztee mit Zitrone getrunken, wir bekamen gleich drei Gebäckstücke und jeder musste mit seinem Handy ein Foto von uns machen.
Einige Kilometer weiter wurden wir erneut zum Tee eingeladen und diesmal dabei gefilmt.
Hier in Azerbaijan filmen und fotografieren uns die Menschen zum ersten mal auch einfach vom Straßenrand. Da hat man aber auch nirgends seine Ruhe.
Und noch ein paar Kilometer weiter stand ein netter Herr mit vollen Einkaufstüten am Straßenrand und sprach uns auf deutsch an.
Wir freuten uns endlich mal mit jemandem sprechen zu können. Er schenkte uns Hände voll von seinem Obst und wollte uns unbedingt helfen einen Schlafplatz zu finden.
Ich sah gleich die Chance auf eine Dusche und fragte ihn ob er hier in der Nähe wohnte. Nur kurze Zeit später saßen wir frisch geduscht, mal wieder mit Tee, bei seiner Familie am Tisch.
Draußen fing es langsam an zu regnen und wir unterhielten uns auf deutsch mit unserem Freund und spielten mit seinen Kindern.
Draußen wurde es langsam dunkel und es fing immer heftiger an zu regnen.
Wir wollten fragen ob wir nicht bei ihnen am Boden schlafen können, aber die Wohnung war so klein, dass sie für uns keinen Platz hatten. Unser Freund meinte, dass es seine Aufgabe ist und zu helfen und so organisierte er uns ein Hotel. Er brachte uns noch durch den strömenden Regen auf die richtige Straße, kaufte uns noch eine ganze Tüte voll mit Tomaten, Brot, Nudeln und Snickers und drückte uns zum Schluss noch kurz.
Wir machten uns auf zu dem Hotel. Strömender Regen versperrte uns die Sicht und überlaufende Gullies erschwerten uns den Weg. Hin und wieder erhellte ein Blitz die mittlerweile eingetretene Dunkelheit. Endlich standen wir pudel nass vor dem Hotel.
Die wollen uns natürlich dass Zimmer teurer verkaufen als ausgemacht. Aber nicht mit uns. Denn in dem Moment rief unser Freund an, um zu fragen ob wir angekommen sind und somit konnten wir den Preis neu verhandeln.
Die ganze Nacht regnete es durch und erst am nächsten Morgen hörte es wieder auf und wir konnten die nächten Tage ohne Regen nach Baku fahren.
Das war unser dritter Regentag. Ich muss sagen in 3,5 Monaten nur drei mal auf dem Rad nass zu werden ist schon fast einmalig :)
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